Nur die Stimme zählt – The Voice of Germany

Written by Yvonne Rixecker  //  9. Januar 2012  //  Allgemein  //  No comments

The Voice of GermanyAm Freitag lief die zweite Liveshow von The Voice of Germany und diese war mindestens genauso beeindruckend wie die erste am Tag zuvor. Aber was macht The Voice eigentlich zu so einem Phänomen? Das Format ist keine deutsche Erfindung, stammt eigentlich aus den Niederlanden und wurde schon in einige Länder dieser Erde verkauft. Überall feierte das Format bisher größte Erfolge, da es ausnahmsweise mal nicht um das Äußere geht, sondern nur um die Stimme. Die größten Stars in der deutschen Musiklandschaft stellen sich als Coaches zur Verfügung und sitzen während der ersten Phase, den Blind Auditions mit dem Rücken zur Bühne. Allein nach Gehör entscheiden sie, ob sie den Buzzer drücken oder nicht. Da nutzten also die schicksten Kleidchen nichts, wenn die Stimme eher dünn ist. Rea Garvey, Nena, The BossHoss und Xavier Naidoo buzzerten als ginge es um ihr Leben. Nach der ersten Runde versammelte jeder Coach 16 Talente um sich, die sich dann in den so genannten Battles miteinander messen mussten. 8 Kandidaten pro Team blieben übrig, diese wurden nach den Battles von den Coaches ausgesucht. 6 davon wiederum nahm dann jeder Coach mit in die erste Liveshow.

Hier wurde es dann richtig spektalulär, denn soviel geballtes Talent auf einem Haufen hat Fernsehdeutschland bisher eher selten gesehen. Außerdem durften nun zum ersten Mal die Zuschauer mit entscheiden, wer weiter im Rennen bleibt und wer seine Koffer packen muss. Inzwischen wurde jedes Team auf 4 Mitglieder reduziert, was den Coaches mehr als schwerfiel, da sie offensichtlich selbst sehr beeindruckt waren vom Können ihrer einzelnen Teammitglieder.

Aber revolutioniert The Voice denn nun wirklich die vollkommen übersättigte Castinglandschaft? Bei The Voice darf nicht jeder antreten, die Talente werden zuvor gescoutet und erst dann den Coaches in den Blind Auditions präsentiert. Die Stimmen sind oftmals nicht ganz unbekannt und können teilweise einige Jahre Erfahrung als Sänger oder Sängerin vorweisen. Nur mit dem großen Durchbruch hat es bisher nicht geklappt. Unfair? Wieso sollten diese Talente nicht noch einmal die Chance auf einen Plattenvertrag bekommen? Und auch wenn die Konkurrenzsituation vielleicht ein bisschen ungleich wirkt, da eben auch sehr viele junge, unerfahrene Talente teilnehmen, so hat doch jeder die gleichen Chancen beim Publikum. The Voice ist emotional, sympathisch, durch den Kampf der Coaches gegeneinander stets amüsant und macht den Castingmuffel zum Castingfan.

Ob letztendlich der Sieger von The Voice of Germany zu einem Topstar wird, der sich auch langfristig an der Spitze der Charts halten kann, wird sich zeigen, aber bis dahin dürfen wir das Spektakel alle noch genießen und freuen uns auf die nächste Liveshow am kommenden Freitag.

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